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Bach-Collegium Hannover
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Wenn Engel Pingpong spielen: Ordnung im Stimmengewühl

Sie kommen aus Hannover, aber ihren allerersten Auftritt vor großem Publikum meisterten sie in Celle: Die jungen Sänger des neu gegründeten Bach-Collegiums überzeugte in der Stadtkirche St. Marien mit ergreifenden Duetten und Terzetten, leichter Stimmführung und geschliffenen Koloraturen.

 CELLE. Mit einem gelungenen Premierenauftritt stellte sich das neu gegründete Bach-Collegium Hannover in der Celler Stadtkirche erstmals der Öffentlichkeit vor. Das 15-köpfige Ensemble unter der Leitung von Ute Schulze, bestehend aus Vokalsolisten und einem Barockorchester, interpretierte die Kantaten BWV 150 und 196 sowie die Motette BWV 226 von Johann Sebastian Bach, Stücke, die vor allem bewegliche Stimmen verlangen.

Die jungen Musiker ließen in dieser Hinsicht kaum etwas zu wünschen übrig: Leichte Stimmführung, schöne Verzierungen und geschliffene Koloraturen bestimmten die Rezitative und die Soloarien. Auch in den ergreifenden Duetten und Terzetten schmiegten sich die charakteristisch doch sehr unterschiedlichen Solostimmen auf das Beste aneinander. Selbst im Chor verschwammen trotz Vielstimmigkeit die Koloraturen und die Verzierungen nicht. Und trotz eindringlicher Gestaltungsintensität blieben sie dabei immer im „barocken Rahmen“. Denn das Ensemble bevorzugte die leisen Töne und hielt sich sogar im Tutti geschickt zurück, manchmal fast bis zum Vibratolos-Schweben. Wunderschön, wie sich Vokal- und Instrumentalstimmen luftig und locker die musikalischen Bälle zuwarfen: So muss es sein, wenn Engel Pingpong spielen. Dabei wussten die Interpreten durch gut abgestufte Dynamik durchaus Ordnung zu halten in Bachs Stimmengewühl.

Für Kurzweil sorgten kontrastreiche Tempi sowie die An- und Abschweller, die die Noten förmlich pulsieren ließen. Da konnte man die barocke Verzierungskunst mit den charakteristischen Trillern selbst noch in den Bassstimmen bewundern. Was dabei besonders angenehm auffiel, war der Verzicht auf marottenhaft überdehnte Schlussritardandi. Statt dessen wurden die langen Notenwerte geradezu dynamisch modelliert. Überhaupt bewies das Ensemble viel Gespür für die nötige Freiheit innerhalb der Grenzen der barocken Form, und so gelangen ihm – mit einem offensichtlichen Hang zu zarten Schwebungen und freischwebender Rhythmik – pointiert artikulierte Interpretationen, wobei Spannung und gestalterische Flexibilität durchweg dem emphatischen Charakter der Werke entsprachen.

Rolf-Dieter Diehl, Cellesche Zeitung, 18.09.2007

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Bach-Collegium Hannover überzeugte

[…] In Bachs Motette „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ für Doppelchor und Basso Continuo spannten die acht Sängerinnen und Sänger einen großen Bogen von einem wunderschönen Eröffnungsteil über eine in sich sehr stimmige Doppelfuge bis hin zum Schlusschoral. Auffallend war die stets sehr gute Textdeklamation in Verbindung zum musikalischen Inhalt, der schlanke, natürliche Fluss der melodischen Linien und die dynamischen Effekte, die nicht aufgesetzt waren und dem barocken Zeitgeschmack entsprachen.

[…] Den jungen Musikern gelang es vortrefflich, ohne Spannungsabfall das Stimmgeflecht differenziert, beweglich und klangschön auszubreiten. Die Schlussritardandi waren mit Bedacht und einheitlichem Stilgefühl niemals übertrieben.

[…] Diese anspruchsvollen Gesatltungsprofile erfüllten das Bach-Collegium Hannover und die Instrumentalisten mit großem Potential und Geschmack. […]

Tamme Bockelmann, Ostfriesen-Zeitung, 05.06.2009

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Eine Bereicherung

[…]

[Es] folgte die Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“ (BWV 225) für Doppelchor und Basso Continuo in überschwämglichen Melodielinien, die in einer vierstimmigen, von virtuosen Koloraturen durchsetzten Fuge gipfeln. Den Schluss des Konzertes bildete die Messe in A-Dur (BVW 234).

[…]

Hier kamen die solistisch ausgebildeten Stimmen des Collegiums noch einmal überzeugend zur Geltung, bildeten andererseits im "Chorus" einen fein abgestimmten Ensembleklang. Im Chorleben der Stadt ist das Bach-Collegium sicher eine Bereicherung.

Gerd Bösenberg, Evangelische Zeitung, 26.07.2009